Samtpfötchen

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Jeder Katzenbesitzer sollte sich neben Themen wie Gesundheit und Ernährung durchaus auch mit dem Gedanken darüber beschäftigen, was er seinem kleinen Schützling an Unterhaltung zu bieten hat, damit es diesem in den heimeligen vier Wänden nicht langweilig wird. Insbesondere Wohnungskatzen brauchen Beschäftigung, sonst können sie ihre Langeweile und den Unmut darüber schnell einmal an unseren Möbeln, Tapeten oder Gardinen auslassen...

Nicht unbedeutend für ein dauerhaft harmonisches Zusammenleben ist, dass die domestizierte Hauskatze - entgegen vieler Vorurteile - ganz und gar kein Eigenbrödler ist, sondern ein durchaus geselliges und soziales Tier. Katzen engagieren sich nach etwas Eingewöhnungszeit sehr gut mit Artgenossen und sind äußerst dankbar über deren Gesellschaft. Wer berufstätig oder anderweitig täglich für mehrere Stunden außer Haus ist, sollte sich deshalb möglichst von vornherein ein Katzenpärchen (oder kurzfristig eine Zweitkatze) anschaffen. Denn Einsamkeit und Isolation schaden auf Dauer der kleinen Katzenseele sehr, sie verkümmert und Verhaltensprobleme (z. B. stark ausgeprägtes Territorialverhalten gegenüber dem Menschen) sind die Folge. Der soziale Kontakt unter Artgenossen ist wichtig für das seelische Wohl und die Ausgeglichenheit unserer Samtpfoten und wer sich bereits Dosenöffner von zwei oder mehr Stubentigern nennen darf, kennt das eigene Gefühl der Zufriedenheit, wenn die Samtpfoten sich gegenseitig das Köpfchen putzen oder in wildem Galopp Fangen spielen, und weiß die Harmonie, die diese traute Zweisamkeit ins Haus bringt, sehr zu schätzen. Übertreiben sollte man es allerdings nicht unbedingt, zuviele Tiere auf zu engem Raum führen meist unweigerlich zu Missstimmung.

Aber trotz Katzenduo und inniger Katzenfreundschaft wollen unsere Samtpfötchen auch von uns Oberkatzen beschäftigt werden und brauchen neben Streicheleinheiten und leckeren Mahlzeiten auch zu und mit uns Menschen einen spielerischen Kontakt. Spielen fördert und erhält den Jagdtrieb und festigt soziale Bindungen. Man sollte daher mit seinen Katzen grundsätzlich regelmäßig Spielstunden einlegen, egal in welchem Alter. Im Spiel bauen sich Spannungen und Aggressionen ab, die Katzen können sich austoben und betätigen sich 'sportlich', was für das körperliche und seelische Wohlbefinden und die Kondition wichtig ist.

Neben dem eigenen unermüdlichen Körpereinsatz gehört in jeden gut sortierten Katzenhaushalt ein gewisses Unterhaltungs-Equipment, das unseren Lieblingen eine bunte Abwechslung und für jede Situation den passenden Spass bietet.

Ganz oben auf der Checkliste steht der absolut unersetzbare - möglichst deckenhohe - Kratzbaum! Dieses Gerät ist Unterhaltung und Sport pur! An den Stämmen und Plattformen kann man nach Herzenslust hinauf- und hinuntertoben, die Krallen werden gepflegt und Duftmarken gesetzt, von oben haben die Pfötchen ihr Revier unter Kontrolle und an die langen Säulen kann man sich schön lang machen und den Rücken strecken. Die reinste Wellness-Oase!

Daneben sollte man seinen Katzen eine gewisse Ausstattung an Spielzeug gönnen. Katzenspielzeug gibt es in jedem Zoogeschäft und Supermarkt und in allen erdenklichen Farben und Formen zu kaufen.

Aber nicht jedes Spielzeug bringt die Mieze auf Touren, so mancher Katzenbesitzer hat sich schon geärgert, weil seine Stubentiger die nagelneue, sündhaft teure Motor-Maus links liegengelassen haben. Dabei gibt es so viele schöne Sachen, die für Katzen wirklich unterhaltsam sind. Man kann Katzenspielzeug entweder kaufen oder einfach selbermachen, das macht nicht nur Spass, sondern ist auch um einiges billiger.

Wer Leben in die Bude bringen will, kauft sich im Zoofachhandel einen Katzen-Spieltunnel! Diese Tunnel bieten ein Paradies für kleine Verstecker und Entdecker. Weiterhin für Action sorgt ein Cat-Dancer, ebenfalls erhältlich im Zoohandel. Hierbei handelt es sich um einen langen dicken Draht, an dessen Enden kleine, mit Catnip (Katzenminze) getränkte Pappröllchen befestigt sind. Durch die unkontrollierten Bewegungen des Drahtes saust das Pappröllchen-Bündel wild durch die Luft wie kleine Insekten. Ein Heidenspass sogar für bewegungsunfreudige Samtpfoten!

Immer wieder gern genommen und absolute Klassiker sind kleine Fell- oder Catnip-Mäuse, die belauert, attackiert, durch die Luft gewirbelt, verschleppt, im Trinknapf gebadet und vor allem vollgesabbert werden. Eben wie im 'echten Leben'. Die Mäuse sollten nicht zu groß und aus echtem Fell bzw. Baumwolle sein und keine gefährlichen Augen und Nasen aus Plastik haben. Sollte dies doch der Fall sein, sollten diese grundsätzlich entfernt werden, bevor die Katze damit spielen darf. Die kleinen Plastikteile werden oft abgeknabbert und verschluckt, was verheerende Auswirkungen haben kann. Nicht selten endet ein solche 'Zwischenmahlzeit' in einer Notoperation...

Kleine Bälle aus Fell oder Leder, Catnip-Säckchen, kleine Frottee-Tierchen und Sisal-Kratzspielzeug erweitern das Angebot und werden meistens gern angenommen. Weiterhin sind Angeln mit Mäusen, Federn oder Bällchen an einem langen Band sehr beliebt, ebenso wie Plastikscheiben oder -reifen (z. B. Play 'n Scratch), in deren Rand bzw. Inneren eine Kugel eingelassen ist, die die Katze nicht herausbekommt und somit stundenlang immer im Kreis hinter ihr herjagen kann.

Sehr beliebt sind die kleinen gelben Überraschungseier, natürlich ohne Inhalt! Damit können Katzen stundenlang spielen, denn die kleinen Dinger sind glatt und leicht und flitzen blitzschnell über den Fußboden (und supergut unter Sofas, Regale, Betten...). Weiterhin geeignet sind Bänder oder Schnüre, an denen man eine kleine Fellmaus o. ä. befestigt. Man kann sie hinter sich her, um alle Ecken herum und überall oben drüber ziehen und Mieze jagt immer fleißig hinterher. Aber bitte nach dem Spielen außer Reichweite der Katze aufbewahren, damit sie sich nicht darin verheddert und stranguliert.

Übrigens ist auch ein leerer Pappkarton (z. B. umgestülpt mit ein oder zwei 'Fenstern' drin) eine sehr spannende Burg, die man immer wieder mit Pauken und Trompeten erobern kann. Auch Papiertüten (bitten keine aus Plastik - Erstickungsgefahr!) sind klasse, es gibt kaum ein beliebteres Versteck, aus dem man blitzschnell die Kralle in Frauchens Hacke schlagen kann, wenn man sie im Vorbeigehen erbeuten will.

Catnip(Katzenminze)-Spielzeug ist eigentlich eine sehr schöne Sache. Leider ist in dem meisten Catnip-Spielzeug, das man im Supermarkt oder Zooladen kaufen kann, höchstens ein Atom Katzenminze enthalten. Diese Sachen verlieren schnell ihr 'Aroma' (wenn sie denn eins hatten) und werden dann links liegengelassen. Man sollte hier ein bisschen auf Qualität achten (die sich meistens im Preis bemerkbar macht) und das Spielzeug am besten gleich im Fachhandel kaufen. Dort gibt es Spielzeug mit handgepflückter und handverlesener Katzenminze (meist aus Kanada oder den USA), was man sofort am Geruch merkt. Man kann solche Katzenminze auch lose im Beutel bestellen, die gute Qualität kann man sofort sehen, da es sich nicht um Katzenminze-Staub, sondern um ganze oder zerstoßene, getrocknete Blätter handelt. Man kann entweder das Spielzeug (z. B. eine alte Socke) selbst damit füllen oder es zusammen mit der Minze ein paar Tage in einem luftdicht verschlossenen Behältnis liegen lassen. Es nimmt wunderbar den Duft der Minze an und macht es bei der Katze um einiges beliebter.

Grundsätzlich sollte man beim Kauf (egal ob Kratzbaum oder Spielzeug) auf gute Qualität achten, da man an stabilen und gut verarbeiteten Produkten sehr viel länger Freude hat. Des weiteren ist wichtig, dass man seinen Katzen keine scharfen oder spitzen Gegenstände zum Spielen gibt, des weiteren sollte Spielzeug immer farbecht sein und keine Schadstoffe absondern. Spielzeug, mit dem sich die Katzen u. U. verletzen oder strangulieren können (wie z. B. Angeln, Bänder, Schnüre), gehört nach dem Spielen weggeräumt und außer Reichweite aufbewahrt. Man sollte seine Katzen nie unbeaufsichtigt damit spielen lassen.

Aber egal, für welches Spielzeug man sich entscheidet: Je mehr Unterhaltung, desto ausgeglichener und glücklicher sind die Samtpfötchen. Und gemeinsam spielen macht immer mehr Spaß als alleine!

Quelle: katzenzauberland.de



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